Die Macht der Suchmaschinen
pexels-photo-3764550

Die Macht der Suchmaschinen

Internet Suchmaschinen sind Wegweiser, Türöffner, persönliche Guides, ständiger Begleiter beim Surfen im Netz. Wir schenken ihnen Vertrauen und merken oft gar nicht, wie sie uns beeinflussen, lenken, führen und dabei geschmiert und dafür bezahlt wurden. Es wissen alle und trotzdem verwenden wir dieses korrupte System tagtäglich und unterstützen dabei dieses System immer mehr.

Der Nutzer wird zur Ware mit dem andere Geld verdienen!

Die wohl bekannteste Internet Suchmaschine bei uns ist vermutlich Google. Wer glaubt, dass die Reihenfolge der Ergebnisse einer Suche zufällig sind oder nach einer Relevanz der Interessenten bestimmt ist, der wird von den folgenden Zeilen noch mehr geschockt sein. Mindestens alle Einträge, die auf der ersten Bildschirmseite, also ohne scrollen zu müssen, dargestellt werden sind schlicht und einfach gekauft. Google finanziert den wahnsinnigen Aufwand zur Bereitstellung einer Suchmaschine mit Werbeeinnahmen. Das Businessmodell für alle kleinen bis großen Firmen, um die eigene Internetpräsenz wie auch Online-Shops überhaupt sichtbar zu machen ist Google Ads. Das Angebot dahinter ist: Bei welchen Suchbegriffen soll der Link auf die eigene Website gelistet werden? Jeder Klick bringt Geld und umso erfolgreicher die Seite ist, desto mehr Klicks von der Suchmaschine hin zur Website und umso mehr Geld fließt. Alle sind glücklich und wir alle werden damit zur Ware mit der andere Geld verdienen.

Es lässt sich sogar die genaue Position des Suchergebnisses in der Auflistung erkaufen. Je nach Zielgruppe, Regionalität, Suchbegriff und Profilen wird mit genügend Kleingeld dann das Suchergebnis dem passenden Kunden angeboten. Wir meinen dann einen idealen Fund gemacht zu haben, stattdessen wird uns das präsentiert was für die Suchmaschine am gewinnbringendsten ist.

Business oder Manipulation?

Den Wenigsten ist bewusst, dass die wirkliche Ware dabei wir sind. Mit unseren Profilen und dem Wissen über unsere Interessen werden wir in Zielgruppen kategorisiert und passend verkauft. Es geht nicht darum, was wir wirklich wollen, sondern was am vermeintlich Besten zu uns passt. Wir werden dahin gelenkt, was am meisten Geld bringt. Nicht für uns, sondern für andere!

Wir nutzen einen Dienst augenscheinlich kostenlos und merken gar nicht, dass wir in einer ganz anderen Währung dafür zahlen. Wir zahlen mit unseren persönlichen Daten. Wir geben allein durch unser Suchverhalten so viele persönliche Dinge preis, dass andere von uns Profile erstellen können und daraus Gewinn gemachen.

Macht: von Befürwortung bis Zensur

Das gezielte promoten von Suchergebnissen ist das eine. Das Nicht-Gefunden-Werden ist das andere. Es ist nicht weit hergeholt, dass nicht an dieser Korruption teilnehmende im Internet über diese Suchmaschinen nicht oder nur ganz schwer gefunden werden. Und wer nicht gefunden wird, kann kein Geld verdienen und wird nur schwierig wachsen. Dass manche Länder systemkritische Personen verfolgen oder entsprechende Organisationen unterdrücken, ist bekannt. Dies über Suchmaschinen zu steuern ist das Einfachste. Eine Zensur ist darüber so einfach wie noch nie und wir bekommen es als Benutzer nicht einmal mit. Immer mehr geht online und was wir nicht finden sollen, werden wir nicht finden.

Das weltweite Ungleichgewicht der Suchmaschinen

Wer eine Suchmaschine im Internet benutzt, ist in Europa aktuell von vier Monopolisten abhängig. Diese sind alle außerhalb der EU angesiedelt: Google (USA), Bing (USA), Yandex (Russland) und Baidu (VR China). Diese vier haben sich Datenbanken aufgebaut, in denen alle findbaren Webseiten mit Inhalt und Links abgespeichert sind. Der sogenannte Suchindex, die Datenbanken dahinter, ist deren Know-how und eine wahre Goldgrube bzw. Macht.

Es ist kein Zufall, dass Russland und China ihre eigenen Suchmaschinen betreiben und deren Ergebnisse filtern und zensieren. Suchmaschinen machen Dinge findbar oder nicht und sind so ein Einfallstor für wirtschaftliche und politische Manipulation.

Seit Herbst 2019 hat endlich der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung (WBGU) nach langem Drängen verschiedener Organisationen, wie z. B. Digitalcourage, eine Empfehlung ausgesprochen. In deren Politikpapier wird ein europäischer Suchindex vorgeschlagen. Es braucht den politischen Einfluss eine unabhängige Suchdatenbank aufzubauen. Der Vorsprung der existierenden Monopolisten ist zu groß, als dass einzelne kleine Suchmaschinen eine wirkliche Chance hätten genutzt zu werden. Europa muss sich hier zusammentun und mit aller Kraft eine eigene Lösung forcieren, die unsere Unabhängigkeit sichert und zudem auch unseren Datenschutzgesetzten folgt.

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

Schreibe einen Kommentar